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Referate werden in den Seminaren als Einzel- oder Gruppenreferate gehalten. Es handelt sich um freie Vorträge, die ggf. durch Präsentationen und Handouts bzw. Thesenpapiere unterstützt werden. Die Dozierenden informieren zu Beginn der Vorlesungszeit in der Veranstaltung sowie auf den Seminarplänen über die genauen Anforderungen (Dauer des Vortrags, Präsentationsvorgaben, Art und Umfang des Handouts). Durch Ihr Referat lernen Sie, Ihren Kommiliton:innen Themen, Fragestellungen, Argumentationen, Forschungsergebnisse und Schlussfolgerungen zu vermitteln. Sie übernehmen also vorübergehend die Rolle der Dozierenden. Dabei geht es nicht darum, die Pflichtlektüre aus dem Reader nochmals zusammenzufassen oder nur die Ergebnisse Ihrer Forschungsprojekte vorzustellen. Als Referierende müssen Sie in der Regel vielmehr eine gewisse Kenntnis zugrunde liegender Texte voraussetzen und eigenständig neue Literatur recherchieren und aufarbeiten.

Weiterführende Literatur

Lobin, H. (2012). Die wissenschaftliche Präsentation: Konzept – Visualisierung – Durchführung. UTB.

Vorbereitung

Bei der Ausarbeitung Ihres Vortrags beginnen Sie am besten damit, dass Sie das Ziel, das Sie erreichen, und die Botschaft, die Sie vermitteln möchten, explizit definieren. Davon ausgehend klären Sie dann die beiden folgenden Fragen:

1. Welche Informationen, Thesen, Argumente und Befunde müssen Sie vermitteln, um Ihren Zuhörer:innen zu zeigen, wie Sie zu diesem Ziel oder Ihrer Botschaft gekommen sind? 

2. Welche argumentativen Schritte müssen Sie vollziehen?

Achten Sie auf die Stringenz Ihrer Argumentation und reihen Sie nicht nur Aussagen aus der Literatur hintereinander. Bei einem Vortrag müssen Sie vereinfachen, Ihrer Argumentationslinie folgen und nicht zu stark auf Nebenthemen eingehen. Arbeiten Sie also zentrale Fragen, Thesen und Befunde heraus, benennen Sie aber auch Verständnisprobleme oder widersprüchliche Argumente. Die Leistung besteht darin, so wenig wie möglich zu sprechen, aber so viel wie nötig zu sagen.

Die Aufarbeitung der recherchierten Literatur sollte dabei über die einfache Beschreibung und Nacherzählung Ihrer Lektüre hinausgehen. Zum einen würde die Zeit dafür nicht ausreichen und zum anderen ist für ein bestimmtes Seminar und für ein bestimmtes Referat nicht alles gleichermaßen relevant, was in den Texten angesprochen wird. Orientieren Sie sich deshalb an Ihrer Aufgaben- oder Fragestellung (meist wird diese durch den Titel der jeweiligen Veranstaltung vorgegeben) und gewichten Sie dementsprechend. Falls Ihnen auch nach Lektüre der Texte der Zusammenhang zum Seminar oder die zu bearbeitende Fragestellung nicht klar sind, besuchen Sie die Sprechstunde Ihrer Dozierenden.

Referate in Arbeitsgruppen erarbeiten

Die Erarbeitung eines Referates erfolgt in vielen Fällen in Arbeitsgruppen. Das bedeutet nicht, dass Sie einfach die Lektüre der Texte aufteilen, dann getrennt voneinander weiter arbeiten und sich kurz vor dem Vortragstermin treffen, um zwei, drei oder mehr Vortragsteile aneinanderzufügen. In der Arbeitsgruppe sollten vielmehr zunächst alle Teilnehmenden alle Texte lesen und gemeinsam diskutieren, was daran für die Fragestellung relevant und interessant erscheint. Sie sollten aber auch offene Fragen und Verständnisprobleme soweit wie möglich klären.

Dann können Sie gemeinsam eine Gliederung für das Referat erarbeiten. Die Gliederung orientiert sich dabei meist nicht an der Struktur der gelesenen Texte, sondern an der Aufgabenstellung bzw. dem Thema Ihres Referates. Die relevanten Aussagen zu einzelnen Teilfragen stammen in der Regel aus mehreren Texten; das heißt, Sie müssen hier die Argumente, Aussagen, Begründungen, Schlussfolgerungen oder Thesen zusammentragen, vergleichen und im Vortrag präsentieren.

Entsprechend erfordert die gemeinschaftliche Erstellung eines Referates in einer Arbeitsgruppe in der Regel drei Arbeitstreffen:

  • ein erstes, um die gelesene Literatur gemeinsam zu besprechen, die Themenstellung des Referates festzulegen und eine erste Gliederung zu verabreden;

  • ein zweites Treffen, um sich wechselseitig darüber zu informieren, was aus Ihrer jeweiligen Sicht zu den einzelnen Gliederungspunkten gesagt werden sollte und um erste Thesen oder Fragen für die Diskussion zu entwickeln.

  • Bei einem dritten Treffen halten Sie das Referat probeweise in der Arbeitsgruppe. Nun müssen Sie zum einen beurteilen, ob sich eine insgesamt schlüssige Struktur und ein plausibler Aufbau ergeben haben und zum anderen können Sie feststellen, wie lange Sie für den Vortrag brauchen. Im Anschluss müssen Sie festlegen, welche Teile überarbeitet, gekürzt, ausgelassen oder ergänzt werden müssen. Und schließlich erstellen Sie gemeinsam ein Handout.

Gegebenenfalls sind weitere Arbeitstreffen oder eine weitere „Generalprobe“ notwendig.

Präsentation

Eine gute Präsentation ist übersichtlich strukturiert, hat einen interessanten Start und ein schlüssiges Ende:

Einleitung

In der Einleitung (10-15%) werden das Ziel, die Gliederung und die Schwerpunktsetzung des Vortrages vorgestellt und begründet. Sagen Sie ggf., wer im Vortrag für welchen Teil verantwortlich ist. Suchen Sie sich für den Einstieg ein anschauliches Beispiel als Aufhänger, um die Relevanz Ihres Themas zu verdeutlichen (induktive Vorgehensweise) oder zeigen Sie ein Problem auf, das sich aus Ihrem Thema ableiten lässt (deduktiv). Benennen Sie explizit die Fragestellung bzw. das Thema des Vortrages und ordnen Sie ihn in den Gesamtzusammenhang der Lehrveranstaltung ein: Ihre Zuhörer:innen müssen verstehen können, worum es eigentlich geht und welche Rolle das Referat im Seminar spielen soll.

Hauptteil

Im Hauptteil (75%) stellen Sie die Thesen des Vortrags, die entsprechenden Informationen und Argumente vor. Die dafür relevante Literatur sollte mit Quellenangaben direkt auf der jeweiligen Folie und einem Quellenverzeichnis am Ende der Präsentation und/oder auf dem Handout offen gelegt werden. Keinesfalls sollte Ihr Referat aus einem unverbundenen Nebeneinanderstellen von Einzelinformationen bestehen. Stattdessen bieten sich die folgenden Systematiken zum Aufbau des Hauptteils an:

Kausale Argumentation

A ist der Fall. Daraus folgt B. Und daraus folgt C. 

Chronologische Darstellung

Erst kam A, dann B, anschließend C. 

Induktive Vorgehensweise

Ausgehend von einem Beispiel wird eine allgemeine Regel abgeleitet. 

Deduktive Vorgehensweise

Ausgehend von einer allgemeinen Regel werden konkrete Vermutungen über Einzelfälle abgeleitet (und diese ggf. empirisch geprüft).

Dialektische Argumentation

A sagt dies, B sagt jenes. Berücksichtigt man beide Positionen, kommt man zu dem Ergebnis C (These – Antithese – Synthese). 

Lassen Sie ggf. Beispiele, Vergleiche, Visualisierungen oder biografische Angaben zur Veranschaulichung in das Referat einfließen. Dies hilft Ihrem Publikum beim Einordnen und Verstehen. Lassen Sie zwischen längeren inhaltlichen Abschnitten des Vortrages außerdem Verständnisfragen zu. Binden Sie die anderen Studierenden möglichst mit ein. Stellen Sie zum Beispiel kurze Zwischenfragen, integrieren Sie kleine Übungen in Ihren Vortrag oder stellen Sie provokante Thesen für eine anschließende Diskussion auf.

Schluss

Zum Schluss (10-15%) fassen Sie die Ergebnisse zusammen und gehen auf die zu Beginn erläuterten Ziele und Fragen ein. Heben Sie hervor, was das zentrale Ergebnis Ihres Vortrags ist und geben Sie Ihrem Publikum eine Take-Home-Message mit auf den Weg. Durch Fragen und Thesen am Ende Ihres Vortrages können Sie außerdem eine Diskussion im Seminar anregen.

Hinweis

Unter dem Reiter "Beispiele und Vorlagen" in der Navigation auf der linken Seite finden Sie eine Checkliste für Referate.

Was muss ich während des Vortrags beachten?

  • Sprechen Sie laut, deutlich und langsam.
  • Gestatten Sie sich und Ihrem Publikum Sprech- bzw. Denkpausen. Da sich das Referat nicht an die Lehrenden richtet, wenden Sie sich Ihren Kommiliton:innen zu und sprechen Sie sie direkt an.
  • Stehen Sie lieber anstatt sich zu setzen und stellen Sie sicher, dass Ihr Publikum Sie sehen kann.
  • Wenn Sie bei den Proben merken, dass der Vortrag zu lang ist, müssen Sie kürzen. Ein zu umfangreiches Referat wird nicht dadurch besser, dass Sie Ihr Redetempo erhöhen. Legen Sie einen „roten Faden“ fest, zu dem Sie und Ihre Ko-Referierenden immer wieder zurückkehren.
  • Versuchen Sie in kurzen und verständlichen Sätzen zu erklären und beschränken Sie Zitate auf das notwendige Maß.
  • Arbeiten Sie ruhig mit Karteikarten, auf denen Sie Stichpunkte, Schlüsselbegriffe und zentrale Thesen festhalten, und üben Sie Ihren Vortrag mehrfach. Lesen Sie keinesfalls einfach das vor, was ohnehin auf dem Handout oder den Folien steht, sondern erläutern, begründen und leiten Sie diese Aussagen ab.
  • Nutzen Sie zur Visualisierung die Tafel, ein Flipchart und/oder PowerPoint-Präsentationen. Achten Sie dabei auf Übersichtlichkeit und gute Lesbarkeit. Powerpoint-Folien sollten Ihren Zuhörenden eine Orientierung über die wichtigsten Inhalte geben und nicht den vollständigen Vortragstext enthalten und abgelesen werden. Sie sollten die einzelnen Folien also nicht überladen: In der Regel enthält eine Folie nur vier oder fünf Stichpunkte bzw. Zeilen.

Handout

Das Handout ist in ausgedruckter Form in ausreichender Zahl zum Referatstermin mitzubringen. Es sollte zusätzlich in elektronischer Form im Blackboard zur Verfügung gestellt werden. Bitte senden Sie Ihre fertige Powerpoint-Präsentation sowie Ihr Handout vor oder unmittelbar nach Ihrem Referat per E-Mail an Ihre Dozierenden und/oder stellen Sie es im Blackboard online. Beachten Sie die Anforderungen der Dozierenden, die sich in den Veranstaltungen unterscheiden können.

Formal enthält Ihr Handout Angaben zum Seminar (Thema, Dozierende:r, Datum) und Ihren Namen. Inhaltlich sollten die Gliederungspunkte Ihres Referates erkennbar sein, zu denen auch basale Definitionen (mit Namen und Jahreszahlen), Kernaussagen sowie zentrale Thesen zugeordnet werden. Achten Sie bei der Vorbereitung darauf, dass das Handout nicht zu umfangreich wird. Es ist nicht die Kurzfassung des Referates, sondern soll dieses lediglich als eine Art „roter Faden“ unterstützen. Es sollte daher den Umfang von einer bis maximal zwei Seiten nicht überschreiten. Die von Ihnen verwendete Literatur steht dann am Ende des Handouts. Bei Gruppenreferaten wird ein gemeinsames Handout erstellt.

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